Liebe Blogger-Freunde!
Wir sind nicht verloren gegangen, sondern haben ständig Probleme Internet zu bekommen. Den schönen Baikalsee haben wir verlassen und befinden uns in der Nähe von Moskau mit Ziel Riga.
Habt Geduld, wir melden uns wieder!
Sonntag, 17. August 2014
Montag, 21. Juli 2014
Badeurlaub in Sibirien
Ein Witz? Nein, ganz bestimmt nicht!
Bei Temperaturen über 30° - was liegt da näher als ins Wasser zu springen!?
In Sibirien gibt es 50000 Flüsse und eine Million Seen – und den größten Süßwassersee der Welt, den Baikalsee.
Viele Dörfer liegen an einem See oder einem Fluss, warum nicht die Sommertage auszunutzen und ins Wasser zu springen!? Das gilt für uns Touristen und für in einem noch stärkeren Maße für die Einheimischen, die jeden warmen Sonnenstrahl ausnutzen, denn der nächste lange Winter mit klirrender Kälte kommt bestimmt.
Russen sind Familienmenschen und so treffen sie sich mit Familienangehörigen oder Freunden am Wasser. Sie grillen Schaschlik, kochen über dem Holzfeuer Essen, schwimmen, unterhalten sich, spielen mit ihren Kindern. Picknick und Kochen mit gesammeltem Holz ist eine sibirische Leidenschaft neben dem Angeln. Abgesehen von der nervigen Musik aus manchem Auto hört man nie ein lautes oder böses Wort. Die Autos sind modern und haben in der Regel eine gute Bodenfreiheit, so dass sie über Buckelpisten und durch weichen Sand fahren können bis an die schönsten Badestellen. Viele haben kleine Zelte und eine große Plane dabei, die vor Regen und Sonne schützen soll. Am Baikalsee gibt es feine Sandstrände. Dort, wo das Wasser flach ist (tiefste Stelle 1637m), ist das Wasser grad so „warm“, dass man baden kann. Die kleinen Seen sind eher lehmig, schlammig und mit Schilf umwachsen. Das hält keinen davon ab, darin zu schwimmen, oder so wie wir, sich mit dem Wasser zu duschen. Leider ist der Wind oft kühl und man muss abgehärtet sein oder die Windflaute am Abend abwarten. Einen Nachteil hat das Paradies-- die vielen Insekten, insbesondere die Mücken. Dunkel ist es erst gegen Mitternacht.
Die Häuser in den Dörfern sind aus Baumstämmen gebaut und eingeschossig. Durch die Patina sehen sie grau oder braun aus. Um die Fenster sind feine, farbige Holzschnitzereien und kleine Giebel angebracht. Die Gebäude sind alle von einem hohen Zaun umschlossen. Vor dem Zaum liegen große Haufen von Brennholz für den Winter, die darauf warten, gesägt und ordentlich am Haus aufgestapelt zu werden. Hinter den Häusern liegen die Gärten mit ihren unvermeidlichen Kartoffeläckern. Sie dienen dem Nebenerwerb und dem Eigennutz und schmecken richtig gut. Kühe und Pferde laufen frei durch die Straßen der Dörfer oder auf den Weiden herum. Alles sieht so heimelig, so harmonisch aus. Ich versuche mir vorzustellen, wie das Leben hier im Winter verläuft – und kann es nicht.
Die Landschaft ist grün, grün und nochmal grün. Hier wachsen dichte Gürtel von Birken, Kiefern und Lärchen. Mit ihrem frischen Grün bilden sie eine Harmonie mit dem Blau und Weiß des Himmels. Die Stämme der Birken sind hell weiß und leuchten im „Dschungel“ hervor. Am Boden wachsen Farne, wilder Rhododendron, Blutweiderich und Sprösslinge der Bäume. Ein wunderbares Bild. Die Straßen sind i.d.R. in einem guten Zustand und ziehen sich hügelig und kurvig durch das grüne Dickicht.
Einen Kontrast bieten die Steppen, die wir auf der Insel Olchon im Baikalsee vorgefunden haben. Von der Ferne sieht alles triste und farblos aus, doch das Wunderbare liegt in den kleinen Pflanzen, die man erst von der Nähe erkennt. Hier wachsen Gräser, Flechten und Blumen mit ganz kleinen, wunderschönen Blüten – und Edelweiß und Thymian in Massen! Auf der Insel leben Burjaten, die sehr mongolisch/asiatisch aussehen und sich zum Schamanismus oder/und Buddhismus bekennen. Sie binden traditionell Stoffstreifen an besondere Orte in der Natur und stellen Steinsäulen in Gruppen in die Senkrechte. Wir haben so einen „heiligen Ort“ beim Sonnenuntergang und in absoluter (!!!!!) Stille erlebt. Da kann man glauben, dass dies ein „Kraftort“ ist. Die Luft – wie soll ich sie beschreiben – sie war ganz weich, sanft, mal würzig durch die Kräuter, mal frisch durch den See und mal süß durch den Duft der Blumen. Dazu die rote Sonne, die über dem See hinter verkrüppelten Kiefern untergeht. Für mich ein Ort, den ich nicht vergessen werde.
Der Sommer in Sibirien ist w u n d e r s c h ö n !
Wir genießen jeden Tag in Sibirien und am Baikalsee und.....
…..gehen jetzt schwimmen.......... im (kalten) Baikalsee!
Ein Witz? Nein, ganz bestimmt nicht!
Bei Temperaturen über 30° - was liegt da näher als ins Wasser zu springen!?
In Sibirien gibt es 50000 Flüsse und eine Million Seen – und den größten Süßwassersee der Welt, den Baikalsee.
Viele Dörfer liegen an einem See oder einem Fluss, warum nicht die Sommertage auszunutzen und ins Wasser zu springen!? Das gilt für uns Touristen und für in einem noch stärkeren Maße für die Einheimischen, die jeden warmen Sonnenstrahl ausnutzen, denn der nächste lange Winter mit klirrender Kälte kommt bestimmt.
Russen sind Familienmenschen und so treffen sie sich mit Familienangehörigen oder Freunden am Wasser. Sie grillen Schaschlik, kochen über dem Holzfeuer Essen, schwimmen, unterhalten sich, spielen mit ihren Kindern. Picknick und Kochen mit gesammeltem Holz ist eine sibirische Leidenschaft neben dem Angeln. Abgesehen von der nervigen Musik aus manchem Auto hört man nie ein lautes oder böses Wort. Die Autos sind modern und haben in der Regel eine gute Bodenfreiheit, so dass sie über Buckelpisten und durch weichen Sand fahren können bis an die schönsten Badestellen. Viele haben kleine Zelte und eine große Plane dabei, die vor Regen und Sonne schützen soll. Am Baikalsee gibt es feine Sandstrände. Dort, wo das Wasser flach ist (tiefste Stelle 1637m), ist das Wasser grad so „warm“, dass man baden kann. Die kleinen Seen sind eher lehmig, schlammig und mit Schilf umwachsen. Das hält keinen davon ab, darin zu schwimmen, oder so wie wir, sich mit dem Wasser zu duschen. Leider ist der Wind oft kühl und man muss abgehärtet sein oder die Windflaute am Abend abwarten. Einen Nachteil hat das Paradies-- die vielen Insekten, insbesondere die Mücken. Dunkel ist es erst gegen Mitternacht.
Die Häuser in den Dörfern sind aus Baumstämmen gebaut und eingeschossig. Durch die Patina sehen sie grau oder braun aus. Um die Fenster sind feine, farbige Holzschnitzereien und kleine Giebel angebracht. Die Gebäude sind alle von einem hohen Zaun umschlossen. Vor dem Zaum liegen große Haufen von Brennholz für den Winter, die darauf warten, gesägt und ordentlich am Haus aufgestapelt zu werden. Hinter den Häusern liegen die Gärten mit ihren unvermeidlichen Kartoffeläckern. Sie dienen dem Nebenerwerb und dem Eigennutz und schmecken richtig gut. Kühe und Pferde laufen frei durch die Straßen der Dörfer oder auf den Weiden herum. Alles sieht so heimelig, so harmonisch aus. Ich versuche mir vorzustellen, wie das Leben hier im Winter verläuft – und kann es nicht.
Die Landschaft ist grün, grün und nochmal grün. Hier wachsen dichte Gürtel von Birken, Kiefern und Lärchen. Mit ihrem frischen Grün bilden sie eine Harmonie mit dem Blau und Weiß des Himmels. Die Stämme der Birken sind hell weiß und leuchten im „Dschungel“ hervor. Am Boden wachsen Farne, wilder Rhododendron, Blutweiderich und Sprösslinge der Bäume. Ein wunderbares Bild. Die Straßen sind i.d.R. in einem guten Zustand und ziehen sich hügelig und kurvig durch das grüne Dickicht.
Einen Kontrast bieten die Steppen, die wir auf der Insel Olchon im Baikalsee vorgefunden haben. Von der Ferne sieht alles triste und farblos aus, doch das Wunderbare liegt in den kleinen Pflanzen, die man erst von der Nähe erkennt. Hier wachsen Gräser, Flechten und Blumen mit ganz kleinen, wunderschönen Blüten – und Edelweiß und Thymian in Massen! Auf der Insel leben Burjaten, die sehr mongolisch/asiatisch aussehen und sich zum Schamanismus oder/und Buddhismus bekennen. Sie binden traditionell Stoffstreifen an besondere Orte in der Natur und stellen Steinsäulen in Gruppen in die Senkrechte. Wir haben so einen „heiligen Ort“ beim Sonnenuntergang und in absoluter (!!!!!) Stille erlebt. Da kann man glauben, dass dies ein „Kraftort“ ist. Die Luft – wie soll ich sie beschreiben – sie war ganz weich, sanft, mal würzig durch die Kräuter, mal frisch durch den See und mal süß durch den Duft der Blumen. Dazu die rote Sonne, die über dem See hinter verkrüppelten Kiefern untergeht. Für mich ein Ort, den ich nicht vergessen werde.
Der Sommer in Sibirien ist w u n d e r s c h ö n !
Wir genießen jeden Tag in Sibirien und am Baikalsee und.....
…..gehen jetzt schwimmen.......... im (kalten) Baikalsee!
Hallo, ich bin ein Ziesel und lebe in Erdlöchern und bin der Liebling der Touristen...aber streicheln lasse ich mich nicht!
"Kraftort" auf der Insel Olchon /Baikalsee/RUS
Sibirien /RUS - auf Schritt und Tritt grüner "Dschungel" mit Birken, Kiefern und Lärchen, dazu wunderschöne Blumen
Die Sonnenuntergänge am Baikalsee sind einfach genial!!!
Wundeerschöner Stellplatz direkt am See, aber das Wasser ist recht frisch!
"Kraftort" auf der Insel Olchon /Baikalsee/RUS
Sibirien /RUS - auf Schritt und Tritt grüner "Dschungel" mit Birken, Kiefern und Lärchen, dazu wunderschöne Blumen
Die Sonnenuntergänge am Baikalsee sind einfach genial!!!
Wundeerschöner Stellplatz direkt am See, aber das Wasser ist recht frisch!
Freitag, 20. Juni 2014
Bishkek
– Hauptstadt Kirgistans
- eine Innenansicht -
Kirgistan hat ca. 3 Millionen
Einwohner, 1 Million leben in der Hauptstadt. Sie liegt im Norden des
Landes, am Fuße des Tian Shan Gebirges mit seinen 4000 bis gut 7000m
hohen schneebedeckten Gipfeln.
Ich sitze gerade auf der
Dachterrasse des Hostels und lasse den Blick schweifen. Ganz in der
Nähe befinden sich zwei Moscheen, wobei die eine noch im Bau ist. In
Bishkek sieht man relativ viele Menschen, die nach muslimischer
Vorschrift gekleidet sind. Der Muezzin „singt“ über die
Lautsprecher am Minarett das Nachtgebet, was sich in meinen Ohren
schön anhört. Leider verstehe ich nur das Wort „Allah“.
Das Hostel befindet sich am
Stadtrand und so blicke ich vom Dach auf die Gärten und Häuser der
Nachbarschaft. Die einstöckigen Häuser sind alle mit einer Mauer
und einem großen eisernen Tor zur Straße hin abgeschlossen. Die
Dächer sind aus Wellblech oder Eternitplatten. Oft ist das Dach im
Giebel offen, so dass ein halb offener Dachboden entsteht. Schuppen
sind wahllos angebaut. Um die Häuser wird viel Zeugs gelagert. Dies
entspricht nicht unserem deutschen Ordnungsempfinden.
Die Gärten sind gut gefüllt mit
Obst-Bäumen (Apfel, Pflaume, Wein, Aprikose, Walnuss), so dass kaum
Sonne in den Hof fällt. Im Sommer ist dies ein Schutz gegen die
heiße Sonne. Die Bewohner pflanzen Blumen und Gemüse mit viel
Leidenschaft an. Morgens und abends wird jede Pflanze vorsichtig und
meist einzeln mit Wasser begossen. Die Gärten sind nie gestylt, so
wie es uns wichtig wäre.
In den Höfen liegen Hunde auf der
faulen Haut, wenn sie nicht bellen. Das machen sie gerne und
ausdauernd. Da die Häuser sehr eng aufeinander gebaut sind, würden
wir dies als Ruhestörung bezeichnen.
Die Wege zwischen den Häusern sind
nicht asphaltiert. Sie sind staubig, wellig und löcherig, so dass
ein Auto nur langsam darüber fahren kann. Müll liegt wenig herum,
aber viele gefährliche Glasscherben (Wodkaflaschen!?). Auf den Wegen
spielen Kinder: Fußball, Fangen, Rad fahren, Gummitwist, Murmeln,
Verstecken. Mich erinnert diese unbekümmerte Szene an meine eigene
Kindheit, als ich diese Spiele noch gefahrlos auf der Straße in
Norddeutschland gespielt habe! Großeltern gehen mit ihren Enkeln
spazieren, kleine Kinder stehen mit dem Dreirad mitten auf dem Weg.
Mutter, Tochter und Großmutter schlendern Arm in Arm den Weg
hinunter, ein Vater schiebt seinen Sohn im Buggy über die
„Buckelpiste“. Eine Gruppe von Jungen sitzt zusammen am Rand der
Straße und unterhält sich. Einfach schöne Bilder! Kommt da nicht
ein wenig Wehmut auf – Erinnerungen an schöne alte Zeiten?
Die asphaltierten Nebenstraßen
sind voller Schlaglöcher und nur vorsichtig im Zick-Zack-Kurs zu
befahren. An diesen Straßen befinden sich sehr viele kleine Läden,
die das Nötigste zu Kauf anbieten. Man muss nie weit laufen, um
Lebensmittel für den Alltag zu kaufen. Durch dieses System haben
viele Menschen ein finanzielles Auskommen.
Bau- und sicherheitsvorschriften
gibt es wohl nicht. Man muss ständig den Blick auf den Boden
gerichtet haben. Dort lauern Absätze, kaputte Fliesen, tiefe Löcher,
schiefe Platten, Erdhügel, Scherben, - Stolperfallen ohne Ende.
Wolfgang und ich haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Wenn man
weiter ins Stadtzentrum geht, bessern sich die Wege ein wenig.
Gestylt ist der Ort aber am keiner Stelle. Im Zentrum befinden sich
Monumente der Helden, Springbrunnen und Grünflächen. Es gibt zwei
große Kaufhäuser. In diesen Gebäuden haben Händler Stellfläche
angemietet, sodass das gleiche Angebot sich immer wiederholt. Zum
Glück gibt es noch Uhrenmacher, die Uhren reparieren und Armbänder
für alte Swatch-Uhren verkaufen. So bin ich fündig geworden.
Natürlich sind im Erdgeschoss die vermeintlichen Handy- und
Handyzubehörläden. Die Textilien sind fast alle aus Synthetikfasern
und entsprechen nicht unserem westlichen Geschmack – abgesehen von
den Weltmarken, die hier auch zu kaufen sind. Hier ist halt Asien und
nicht Europa! In Bishkek finden wir das westlichste Warenangebot auf
unserer bisherigen Reise. In den wenigen (richtigen) Supermärkten
stehen viele Produkte mit deutscher Aufschrift – und natürlich
Nutella! Die Preise entsprechen unseren. Das können sich nur wenige
leisten. Die Menschen in dieser Großstadt sind hektisch und streben
zielstrebig von A nach B. Fast wie bei uns. Die Gebäude sind auf 20
Jahre ausgelegt, werden aufgegeben und zerfallen. Baugrund in der
Stadt scheint nicht kostbar zu sein.
Nun zum Straßenverkehr: Auch auf
den Durchgangsstraßen befinden sich heimtückische, tiefe
Schlaglöcher. Ampeln muss man suchen, denn sie stehen mal vor der
Kreuzung, mal dahinter und manchmal versteckt zwischen Bäumen. Da
heißt es „aufpassen wie ein Schießhund“. An Fahrspuren muss
sich keiner halten, Hauptsache es hat Platz.Gehupt wird gerne und zu
allen möglichen Gelegenheiten. Polizisten stoppen am laufenden Band
die Autofahrer – auch hier in der Stadt. Die orange Keule kann ich
schon nicht mehr sehen. Ein Polizist hat uns dort versucht
abzuzocken. Als Wolfgang sagte, er brauche ein Protokoll fürs
Konsulat, lies der Polizist ihn laufen. Das ist nicht die feine Art.
Im Straßenverkehr sieht man mehr
Mercedes als bei uns, ebenso viele VW, Audi und BMW. Nett ist es,
wenn man durch die Stadt läuft und plötzlich ein Kleinbus oder LKW
mit der Aufschrift: „Original Thüringer Bratwurst – Die Echte!“
Oder: „Odenwaldquelle“ vor einem steht. Man sieht, unsere alten
Autos haben hier – auf den Schotterpisten, aber mit sehr billigen
Reparaturwerkstätten - noch ein zweites Leben. Es gibt natürlich
auch neue deutsche Autos – Reiche gibt es überall. Ein Kuriosum in
Kirgistan ist, dass ca. 30% aller Autos das Steuerrad an der rechten
Seite haben. Dies sind gebrauchte Autos aus Japan! Neben diesen
Fahrzeugen gibt es uralte Autos, bei denen man sich wundert, dass sie
nach ca. 50 Jahren und diesen Straßen noch laufen.
Reparaturwerkstätten und Tankstellen gibt es wie Sand am Meer. 1
Liter Diesel kostet ca. 0,55€.
Die Verständigung läuft über die
wenigen Worte russisch, die ich gelernt habe, über ein paar Brocken
englisch oder über Zeichensprache. Kirgisisch unterscheidet sich
durchaus vom russischen, aber man schreibt auch in kyrillischer
Schrift.
Mittwoch, 4. Juni 2014
Auszug aus dem Reisetagebuch
Kirgistan
Song Köl See
2.6.2014
Nach dem Frühstück packen wir unsere (warmen) Sachen in Ulan´s Audi (PKW). Zunächst fahren wir über die 45km lange, feine Schnellstraße bis Sari Bulak. Ab jetzt sind es 90km Schotterpiste bis in über 3000m Höhe. Zunächst sind es noch Querrillen, die uns und das Auto erschüttern. Ulan hat das Auto im Griff. Die Murmeltiere auf der Straße suchen schnell das Weite. Je höher wir kommen, um so mehr schneit es. Wir queren eine Herde Yaks. Durch das Hupen aufgeschreckt, springen sie zu allen Seiten weg und auf uns zu. Die Kehren werden immer enger und matschiger. Oben auf dem Pass, ist eine Engstelle mit meterhohem Schnee, die aber geräumt ist. Nun kommen wir über kleinere Pässe und erreichen eine gewaltige Hochebene. Die Schotterpiste hört auf und ich frage mich, wie man sich hier orientieren kann. Ulan sagt, normalerweise sieht man ab hier den See, aber jetzt treibt der Schnee waagerecht und man sieht nicht weit. Ohne gutes GPS hätten ortsunkundige keine Chance. Wir fahren über die Graslandschaft und das Auto schlingert gewaltig hin und her. Der Boden ist lehmig. Die Landschaft ist hügelig und ich kann es kaum glauben, dass es das Auto ohne Allradantrieb und mit Sommerreifen bis auf die nächste Kuppe schafft. Unser Fahrer ist erfahren und nicht aus der Ruhe zu bringen. Dann entdecken wir Jurten! Wir haben das große Glück in einer Jurte unterzukommen, die sowohl eine beheizte Schlafjurte hat, als auch eine warme Gemeinschaftsjurte. Die Einzige in der Gegend. Die Jurten stehen seit 3 Tagen hier, die Tiere sind seit 2 Wochen hier oben. Unsere Gastfamilie (Mutter 50J., Vater und Sohn) haben 260 Schafe, 40 Pferde und 60 Kühe auf die (eigentlich!) Sommerweide gebracht. Reiche Familie - die Frau mit den typischen vergoldeten Zähnen. Mit uns gibt es weitere Gäste: Zwei Holländer mit Führerin und Fahrer und drei Japaner mit Fahrer. Die Holländer trotzen dem Schneetreiben und steigen für Ausritte auf die Pferde. Mich würden keine 10 Pferde dazu bewegen! Die Jurtengruppe besteht aus zwei Gästejurten, einer kleineren Gemeinschaftsjurte zum Essen und Treffen, einem Pavillion mit Tischen, dem Wohnpavillion der Familie, einem Kompressor, einem Naturkühlschrank (Schränkchen mit Fliegengitter), einem Metallwaschbecken mit Wassertank, daneben ein Schwamm und die Zahnbürsten der Familie in einer aufgeschnittenen Plastikflasche, die neben einem Handspiegel an der Jurte befestigt sind. Ziemlich abseits ist das Plumpsklohäuschen, ein Verschlag aus Wellblechen. Das Wasser wird aus dem See mit Hilfe des Esels oder eines Pferdes heran geholt.
Wolfgang und ich laufen zum ca. 100m entfernten See, der heute nicht türkisblau schimmert. Es ist ungemütlich und die Hosenbeine werden immer nasser. Wir flüchten in die Gemeinschaftsjurte. Die Schuhe werden gleich am Eingang auf dem Plastikbereich ausgezogen. Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen, um zu sehen, wer oder was in der Jurte ist.
In der Mitte steht ein niedriger größerer Tisch. Um ihn herum sind die Sitzplätze auf Schaffellen, die auf Filzteppichen und einer darunter liegenden Plastikplane liegen. Am Eingang steht ein gusseiserner Kohleofen, auf dem Wasserkessel stehen. Da heißt es aufpassen, nur nicht stolpern und aus Versehen dort anfassen. In der Jurte ist es eng und dunkel. Ein zweiflammiger Gaskocher mit Gasflasche steht neben einer kleinen Anrichte. Im hinteren Bereich befindet sich ein Schränkchen mit Bekleidung, darauf liegen die bunten Schlafmatten mit Kopfkissen.
Das Gestänge der Jurte ist aus rot angestrichenen Holzlatten. Im unteren Bereich das praktische Scherengitter, weil es zusammenklappbar ist, ebenso wie die Bambusmatte dahinter. Von dort laufen zum Dach einzelne gebogene Hölzer, die im Rund des Dachringes eingehängt werden. Der hölzerne Dachring ist kreisrund und hat zweimal zwei parallel laufende Hölzer, die sich überkreuzen. Dieser Dachring findet sich in der kirgisischen Flagge wieder. Die Matten auf dem Dachring kann man mit Hilfe von Seilen zur Seite ziehen und damit die Jurte lüften. Das Gestänge wird mit breiten Gurtbändern gegen Verrutschen gesichert. Jetzt kommen die schweren, großen Filzmatten, die von außen mit Seilen befestigt sind. Wie man die auf das Dach der Jurte bekommt, das hätte ich gerne gesehen. Die Haustür ist aus massivem Holz und ziemlich niedrig! Eine schwere Matte aus Bambus und dickem Filz reicht tagsüber zum Verschließen der Jurte. Eine Jurte ist innerhalb von einer Stunde aufgebaut.
Die Chefin der Jurten ist den ganzen Tag beschäftigt, die vielen Menschen zu versorgen.Mittags gibt es einen Eintopf mit Kartoffeln, Fleisch und Möhren, dazu einen Möhrensalat mit viel Knoblauch. Lecker – alles sehr geschmacksintensiv. Danach dürfen wir uns an hausgemachter Marmelade (Brombeere, Aprikose, Wildkirsche), die in Schwarztee besonders gut schmeckt, Zucker, Brot und eigener Butter laben. Im Sitzen auf dem Boden (es zieht hier und da in den Rücken) ist das Essen für uns leider nicht so bequem. Kaum sind wir fertig, muss die Dame alles spülen und beginnt sogleich mit dem Kleinschneiden für die Zutaten fürs Abendessen. Was für Berge sie schnippeln muss! Den etwas ähnlichen Eintopf kocht sie in einem Wok auf dem gusseisernen Ofen. Zunächst kippt sie viel Fett in die Wanne und brät das Fleisch; danach kommt Wasser und das Gemüse. Diesmal gibt es einen Salat aus Weißkohl und Gurken dazu und die guten Sachen wie oben genannt. Tee trinkt man aus Schalen - bis zum Abwinken.
Inzwischen sind 14 Personen in der kleinen Jurte. Es wird englisch, japanisch,deutsch, niederländisch und kirgisisch geredet und gelacht. Die Flasche(n) Wodka kreist und fordert zum Lachen heraus. Wie groß sind die Überredungskünste der kirgisischen Reiseleiterin der Holländer! Die Japaner sprechen wenig englisch, aber mit gutem Willen versteht Jeder Jeden. Es ist urgemütlich und warm! Der Generator bringt für kurze Zeit Strom für eine Glühbirne, dann erhellen eine Kerze und eine Petroleumlampe die Jurte.
Nun wird es Zeit für die Premiere: Die erste Nacht in einer Jurte. Wir laufen durch den dicken Schnee, ziehen am Eingang der Jurte mit ihrem schweren Vorhang die Schuhe aus und erkennen im Schein zweier Kerzen unsere Bettlager. Zunächst sind zwei Filz- und Wattedecken auf dem Boden ausgelegt, darüber eine bezogene Matte, eine bezogene, schwere Bettdecke und am Fußende eine dunkle Schafdecke. Unsere Sachen hängen wir an das praktische Scherengitter und schlüpfen mehr oder weniger bekleidet unter die Decken. Dort ist es schnell warm, nur der Kopf und die Nase finden nicht so schnell einen geeigneten Platz um warm und kühl gleichermaßen zu bleiben. Der Staub des Kohleofen verschlägt mir den Atem - kein Wunder, dass so viele Kirgisen hüsteln!? Ansonsten wird auch mit Rinderdung geheizt, den gibt es im Massen auf den Weiden. Unsere Jurte ist ca. 8m hoch – gewaltig! Ich schlafe gut, habe aber die Befürchtung, ich könnte schnarchen. Von den Japanern, die in der gleichen Jurte schlafen, hört man keinen Laut. Tierische Laute hört man von außen: Eine Kuhherde umlagert die Jurte und scheint um Einlass zu bitten. Kein Wunder bei diesem Wetter! Wieso der Jurtenhund sie nicht verscheucht, das macht er doch sonst mit Leidenschaft!? Gute Nacht!
3.6.2014
Als ich um 7.15 Uhr aus der Jurte krieche, liegen 5cm Schnee, geschlossene Schneedecke! Die Tiere heben sich als schwarze Flecken vom weißen Schnee ab. Eine tief schwarze (Schnee-) Wolke hängt über dem schwarzen See und den weißen Gipfeln hinter dem See. Ein paar blaue Himmelsflecken lassen die Sonne kurz durchscheinen. Schön!
Vor dem Frühstück gehe ich aufs „Stille Örtchen“. Nur nicht mit dem Fuß in das tiefe Loch fallen! Die frische Luft tut an diesem Platz gute Wirkung. Die Rolle des „robusten“ kirgisischen Klopapiers ist eingeschneit und durchfeuchtet – also arschkalt. Wenn man muss, dann muss man und es geht irgendwie. Irgendwie, ja irgendwie sollte die Tür wieder auf gehen – aber sie tut es nicht. Da fällt mir ein, dass ich kurz vorher ein metallisches Klicken gehört habe. Und wirklich, der Verschlusshaken von außen ist ins dazu gehörige Loch gefallen! Sch...! Ich schlage immer wieder gegen das Wellblech und winke über die Tür hinaus – bis mich Wolfgang entdeckt und befreit!
Beim Frühstück werden wir zur Eile gedrängt. Wir wollen im Konvoi von drei Fahrzeugen versuchen ins Tal zu gelangen. Schon beim ersten kleinen Pass bleibt der Van mit den Japanern hängen. Der Allradbus schleppt ihn ab. Am zweiten passiert das Gleiche. Unser Ulan fährt mit seinem normalen Audi-PKW und Sommerreifen gekonnt die Hügel hinauf. Immer wieder schleudert das Heck zur Seite, aber er schafft es.Tolle Leistung! Am höchsten Pass mit noch mehr Schnee machen wir ein gemeinsames ein Siegerfoto! Dort sehen wir Pferde im tiefen Schnee, die kleinen Fohlen ruhen sich liegend aus. Langsam aber sicher kurven wir gen Tal und erreichen nach gut 3 Stunden Koschkor. Der Allradbus hat Probleme mir dem Turbo, es qualmt hinten blauer Rauch raus. Waren das zwei aufregende, wunderbare Tage!
Nach dem Frühstück packen wir unsere (warmen) Sachen in Ulan´s Audi (PKW). Zunächst fahren wir über die 45km lange, feine Schnellstraße bis Sari Bulak. Ab jetzt sind es 90km Schotterpiste bis in über 3000m Höhe. Zunächst sind es noch Querrillen, die uns und das Auto erschüttern. Ulan hat das Auto im Griff. Die Murmeltiere auf der Straße suchen schnell das Weite. Je höher wir kommen, um so mehr schneit es. Wir queren eine Herde Yaks. Durch das Hupen aufgeschreckt, springen sie zu allen Seiten weg und auf uns zu. Die Kehren werden immer enger und matschiger. Oben auf dem Pass, ist eine Engstelle mit meterhohem Schnee, die aber geräumt ist. Nun kommen wir über kleinere Pässe und erreichen eine gewaltige Hochebene. Die Schotterpiste hört auf und ich frage mich, wie man sich hier orientieren kann. Ulan sagt, normalerweise sieht man ab hier den See, aber jetzt treibt der Schnee waagerecht und man sieht nicht weit. Ohne gutes GPS hätten ortsunkundige keine Chance. Wir fahren über die Graslandschaft und das Auto schlingert gewaltig hin und her. Der Boden ist lehmig. Die Landschaft ist hügelig und ich kann es kaum glauben, dass es das Auto ohne Allradantrieb und mit Sommerreifen bis auf die nächste Kuppe schafft. Unser Fahrer ist erfahren und nicht aus der Ruhe zu bringen. Dann entdecken wir Jurten! Wir haben das große Glück in einer Jurte unterzukommen, die sowohl eine beheizte Schlafjurte hat, als auch eine warme Gemeinschaftsjurte. Die Einzige in der Gegend. Die Jurten stehen seit 3 Tagen hier, die Tiere sind seit 2 Wochen hier oben. Unsere Gastfamilie (Mutter 50J., Vater und Sohn) haben 260 Schafe, 40 Pferde und 60 Kühe auf die (eigentlich!) Sommerweide gebracht. Reiche Familie - die Frau mit den typischen vergoldeten Zähnen. Mit uns gibt es weitere Gäste: Zwei Holländer mit Führerin und Fahrer und drei Japaner mit Fahrer. Die Holländer trotzen dem Schneetreiben und steigen für Ausritte auf die Pferde. Mich würden keine 10 Pferde dazu bewegen! Die Jurtengruppe besteht aus zwei Gästejurten, einer kleineren Gemeinschaftsjurte zum Essen und Treffen, einem Pavillion mit Tischen, dem Wohnpavillion der Familie, einem Kompressor, einem Naturkühlschrank (Schränkchen mit Fliegengitter), einem Metallwaschbecken mit Wassertank, daneben ein Schwamm und die Zahnbürsten der Familie in einer aufgeschnittenen Plastikflasche, die neben einem Handspiegel an der Jurte befestigt sind. Ziemlich abseits ist das Plumpsklohäuschen, ein Verschlag aus Wellblechen. Das Wasser wird aus dem See mit Hilfe des Esels oder eines Pferdes heran geholt.
Wolfgang und ich laufen zum ca. 100m entfernten See, der heute nicht türkisblau schimmert. Es ist ungemütlich und die Hosenbeine werden immer nasser. Wir flüchten in die Gemeinschaftsjurte. Die Schuhe werden gleich am Eingang auf dem Plastikbereich ausgezogen. Die Augen müssen sich erst an die Dunkelheit gewöhnen, um zu sehen, wer oder was in der Jurte ist.
In der Mitte steht ein niedriger größerer Tisch. Um ihn herum sind die Sitzplätze auf Schaffellen, die auf Filzteppichen und einer darunter liegenden Plastikplane liegen. Am Eingang steht ein gusseiserner Kohleofen, auf dem Wasserkessel stehen. Da heißt es aufpassen, nur nicht stolpern und aus Versehen dort anfassen. In der Jurte ist es eng und dunkel. Ein zweiflammiger Gaskocher mit Gasflasche steht neben einer kleinen Anrichte. Im hinteren Bereich befindet sich ein Schränkchen mit Bekleidung, darauf liegen die bunten Schlafmatten mit Kopfkissen.
Das Gestänge der Jurte ist aus rot angestrichenen Holzlatten. Im unteren Bereich das praktische Scherengitter, weil es zusammenklappbar ist, ebenso wie die Bambusmatte dahinter. Von dort laufen zum Dach einzelne gebogene Hölzer, die im Rund des Dachringes eingehängt werden. Der hölzerne Dachring ist kreisrund und hat zweimal zwei parallel laufende Hölzer, die sich überkreuzen. Dieser Dachring findet sich in der kirgisischen Flagge wieder. Die Matten auf dem Dachring kann man mit Hilfe von Seilen zur Seite ziehen und damit die Jurte lüften. Das Gestänge wird mit breiten Gurtbändern gegen Verrutschen gesichert. Jetzt kommen die schweren, großen Filzmatten, die von außen mit Seilen befestigt sind. Wie man die auf das Dach der Jurte bekommt, das hätte ich gerne gesehen. Die Haustür ist aus massivem Holz und ziemlich niedrig! Eine schwere Matte aus Bambus und dickem Filz reicht tagsüber zum Verschließen der Jurte. Eine Jurte ist innerhalb von einer Stunde aufgebaut.
Die Chefin der Jurten ist den ganzen Tag beschäftigt, die vielen Menschen zu versorgen.Mittags gibt es einen Eintopf mit Kartoffeln, Fleisch und Möhren, dazu einen Möhrensalat mit viel Knoblauch. Lecker – alles sehr geschmacksintensiv. Danach dürfen wir uns an hausgemachter Marmelade (Brombeere, Aprikose, Wildkirsche), die in Schwarztee besonders gut schmeckt, Zucker, Brot und eigener Butter laben. Im Sitzen auf dem Boden (es zieht hier und da in den Rücken) ist das Essen für uns leider nicht so bequem. Kaum sind wir fertig, muss die Dame alles spülen und beginnt sogleich mit dem Kleinschneiden für die Zutaten fürs Abendessen. Was für Berge sie schnippeln muss! Den etwas ähnlichen Eintopf kocht sie in einem Wok auf dem gusseisernen Ofen. Zunächst kippt sie viel Fett in die Wanne und brät das Fleisch; danach kommt Wasser und das Gemüse. Diesmal gibt es einen Salat aus Weißkohl und Gurken dazu und die guten Sachen wie oben genannt. Tee trinkt man aus Schalen - bis zum Abwinken.
Inzwischen sind 14 Personen in der kleinen Jurte. Es wird englisch, japanisch,deutsch, niederländisch und kirgisisch geredet und gelacht. Die Flasche(n) Wodka kreist und fordert zum Lachen heraus. Wie groß sind die Überredungskünste der kirgisischen Reiseleiterin der Holländer! Die Japaner sprechen wenig englisch, aber mit gutem Willen versteht Jeder Jeden. Es ist urgemütlich und warm! Der Generator bringt für kurze Zeit Strom für eine Glühbirne, dann erhellen eine Kerze und eine Petroleumlampe die Jurte.
Nun wird es Zeit für die Premiere: Die erste Nacht in einer Jurte. Wir laufen durch den dicken Schnee, ziehen am Eingang der Jurte mit ihrem schweren Vorhang die Schuhe aus und erkennen im Schein zweier Kerzen unsere Bettlager. Zunächst sind zwei Filz- und Wattedecken auf dem Boden ausgelegt, darüber eine bezogene Matte, eine bezogene, schwere Bettdecke und am Fußende eine dunkle Schafdecke. Unsere Sachen hängen wir an das praktische Scherengitter und schlüpfen mehr oder weniger bekleidet unter die Decken. Dort ist es schnell warm, nur der Kopf und die Nase finden nicht so schnell einen geeigneten Platz um warm und kühl gleichermaßen zu bleiben. Der Staub des Kohleofen verschlägt mir den Atem - kein Wunder, dass so viele Kirgisen hüsteln!? Ansonsten wird auch mit Rinderdung geheizt, den gibt es im Massen auf den Weiden. Unsere Jurte ist ca. 8m hoch – gewaltig! Ich schlafe gut, habe aber die Befürchtung, ich könnte schnarchen. Von den Japanern, die in der gleichen Jurte schlafen, hört man keinen Laut. Tierische Laute hört man von außen: Eine Kuhherde umlagert die Jurte und scheint um Einlass zu bitten. Kein Wunder bei diesem Wetter! Wieso der Jurtenhund sie nicht verscheucht, das macht er doch sonst mit Leidenschaft!? Gute Nacht!
3.6.2014
Als ich um 7.15 Uhr aus der Jurte krieche, liegen 5cm Schnee, geschlossene Schneedecke! Die Tiere heben sich als schwarze Flecken vom weißen Schnee ab. Eine tief schwarze (Schnee-) Wolke hängt über dem schwarzen See und den weißen Gipfeln hinter dem See. Ein paar blaue Himmelsflecken lassen die Sonne kurz durchscheinen. Schön!
Vor dem Frühstück gehe ich aufs „Stille Örtchen“. Nur nicht mit dem Fuß in das tiefe Loch fallen! Die frische Luft tut an diesem Platz gute Wirkung. Die Rolle des „robusten“ kirgisischen Klopapiers ist eingeschneit und durchfeuchtet – also arschkalt. Wenn man muss, dann muss man und es geht irgendwie. Irgendwie, ja irgendwie sollte die Tür wieder auf gehen – aber sie tut es nicht. Da fällt mir ein, dass ich kurz vorher ein metallisches Klicken gehört habe. Und wirklich, der Verschlusshaken von außen ist ins dazu gehörige Loch gefallen! Sch...! Ich schlage immer wieder gegen das Wellblech und winke über die Tür hinaus – bis mich Wolfgang entdeckt und befreit!
Beim Frühstück werden wir zur Eile gedrängt. Wir wollen im Konvoi von drei Fahrzeugen versuchen ins Tal zu gelangen. Schon beim ersten kleinen Pass bleibt der Van mit den Japanern hängen. Der Allradbus schleppt ihn ab. Am zweiten passiert das Gleiche. Unser Ulan fährt mit seinem normalen Audi-PKW und Sommerreifen gekonnt die Hügel hinauf. Immer wieder schleudert das Heck zur Seite, aber er schafft es.Tolle Leistung! Am höchsten Pass mit noch mehr Schnee machen wir ein gemeinsames ein Siegerfoto! Dort sehen wir Pferde im tiefen Schnee, die kleinen Fohlen ruhen sich liegend aus. Langsam aber sicher kurven wir gen Tal und erreichen nach gut 3 Stunden Koschkor. Der Allradbus hat Probleme mir dem Turbo, es qualmt hinten blauer Rauch raus. Waren das zwei aufregende, wunderbare Tage!
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